Business-Dresscode

(K)eine Frage des Geschmacks

Von Nadine Effert · 2015

Wie kurz darf der Rock sein? Ist ein Oberteil ohne Ärmel in Ordnung? Stylish oder klassisch? Für frau ist die Wahl der Business-Kleidung oft ein Drahtseilakt. Je nach Branche und Position werden andere Erwartungen an das Outfit gestellt. Wer diese missachtet, schadet seiner Karriere.

Diesen strengen Dresscode „Bitte tragen Sie ab morgen hautfarbene Unterwäsche, Oberbekleidung in den Farben Anthrazit, Schwarz oder Dunkelblau sowie Schuhe und Gürtel am besten in Schwarz. Aufdringlicher Schmuck, eng am Po anliegende Röcke und offene Schuhe sind tabu.“ den eine Schweizer Großbank vor einigen Jahren erlassen hatte, erleichterte zwar den weiblichen Angestellten die allmorgendliche Entscheidung vor dem Kleiderschrank, sorgte jedoch auch für hitzige Diskussionen. Ist dies überhaupt rechtens? Oder werden hier nicht die Persönlichkeitsrechte der Mitarbeiter zu sehr beschnitten?

Fixe Dresscodes waren gestern

Der Arbeitgeber hat zwar ein sogenanntes „Weisungsrecht“, darf also bezüglich der Arbeitskleidung Regeln aufstellen, doch herrscht hierzulande in keinem Unternehmen ein totales Kleider-Diktat. Nur in wenigen Branchen stellen Arbeitgeber offizielle Regeln auf. Die Wahl eines angemessenen Outfits wurde im Laufe der Zeit immer mehr in die Hände der Arbeitnehmer gelegt. Laut Deutschem Knigge Rat gilt es dabei Folgendes zu beachten: Je kreativer die Branche, desto weiter darf man sich vom klassischen Dresscode entfernten. Und: Je höher man in der Betriebshierarchie steht, desto strenger ist der Business-Dresscode. Dies gilt für beide Geschlechter. Doch für Frauen besteht ein höheres Risiko, ungewollt in modische Fettnäpfchen zu treten. Wer die typischen No-Gos auf dem Schirm hat, kann diese ganz einfach vermeiden.

Freiheit mit Stolpersteinen

Vor dem Griff in den Kleiderschrank sollte frau sich die Frage stellen, wie sie auf Vorgesetzte, Geschäftspartner und Kollegen wirken möchte. Seriös oder sexy? Kompetent oder verspielt? Kleider machen nun mal Leute und senden bestimmte Signale aus. Die wichtigste Regel lautet: Die weiblichen Reize dürfen nicht im Vordergrund stehen. Röcke, kürzer als eine Handbreit über dem Knie, High Heels sowie trägerlose, schulter- oder rückenfreie Oberteile sind genauso tabu wie zu lange Schlitze und tiefe Dekolletés. Gedeckte Töne sollten knallbunten Farben vorgezogen werden. Dezent sollte es auch in puncto Make-up und Schmuck zugehen. Geschlossen, gepflegt und ein Absatz in mittlerer Höhe lautet die Devise beim Schuhwerk. Das Angebot an Business-Kleidung lässt heutzutage genügend Spielraum für modische Akzente, die auch die Weiblichkeit unterstreichen. Das mausgraue Kostüm mit weißer Bluse muss es nicht sein. Doch Vorsicht: Gibt es einen festgeschriebenen Dresscode, sollte dieser nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Eine Abmahnung und letztlich sogar die Kündigung können drohen.