Bruttoverdienst im Vergleich

Typisch Mann, typisch Frau?

Von Wiebke Toebelmann · 2015

Es ist heute völlig selbstverständlich, dass Frauen berufstätig sind und Karriere machen. Und doch befindet sich die Gesellschaft in Sachen „Frauen im Beruf“ immer noch im Wandel. Viele Debatten sind noch längst nicht beendet. Heute sind die zentralen Fragen: Warum gibt es immer noch so wenig Frauen in den oberen Führungsetagen? Wie lassen sich Familie und Job besser vereinbaren? Wieso gibt es immer noch die klassischen Frauen- und Männerberufe, und wie kommt es, dass Frauen in denselben Positionen oftmals bedeutend weniger verdienen als männliche Kollegen?

Während typische „Frauenberufe“ traditionell schlechter bezahlt werden, weniger Qualifikationen erfordern und wenig Entfaltungsmöglichkeiten bieten, sieht das bei den „Männerdomänen“ ganz anders aus. Eine davon ist etwa der MINT-Bereich (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik), in dem es nach wie vor sehr wenig Frauen gibt. Dabei gehören naturwissenschaftlich ausgerichtete Tätigkeiten und Ingenieursberufe zu den am besten bezahlten, ganz abgesehen von den vielen attraktiven Stellen, die im MINT-Bereich aufgrund des Fachkräftemangels auf dem Markt vorhanden sind. Wie speziell weibliche Fachkräfte gewonnen und gesichert werden können, erfahren Sie in dieser Publikation.

Die MINT-Berufe sind nur ein Feld, in das Frauen noch viel weiter vordringen könnten. Was Frauen und Männer jedoch natürlich frappierend voneinander unterscheidet: Sie können schwanger werden und müssen dann grundsätzlich eine Weile aus dem Beruf ausscheiden. Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist glücklicherweise längst auch ein Männerthema geworden. Doch lässt sich nicht leugnen, dass sich Frauen mit diesem Thema viel ausführlicher beschäftigen, und das bereits als Berufsanfängerinnen. Denn schon bei der Wahl des Arbeitgebers stellen sich ihnen viele Fragen, wie etwa, ob es sich um ein familienfreundliches Unternehmen handelt, wie wohl auf eine Schwangerschaft reagiert werden würde, wie sich ein Wiedereinstieg gestalten lässt und ob denn „trotz Kind“ auch noch die Karriereleiter erklommen werden kann. Die Familienplanung ist also quasi Teil der „beruflichen DNA“ einer Frau – ein Faktor, der bei Männern weniger ausgeprägt ist.

Quelle: Statistisches Bundesamt, 2014