Gehalt

Weniger ist manchmal mehr

Von Karl-Heinz Möller · 2017

Wer viel im Unternehmen leistet, sollte gut verdienen. Aber was heißt das? Berufe, Branchen und Unternehmen sind so speziell wie jeder Arbeitnehmer für sich selbst betrachtet. Geld muss allerdings nicht an erster Stelle im Job stehen: Wesentlich ist auch der Faktor Zufriedenheit am Arbeitsplatz.

Das Gehalt ist die Entlohnung für die geleistete Arbeit eines Arbeitnehmers. Es wird dabei entweder nach Tarifvertrag oder vom Unternehmen selbst geregelt. In leitenden Positionen ist die Entlohnung eine relativ offene Verhandlungssache.

Neben dem Grundgehalt bieten Arbeitgeber ihren Mitarbeitern weitere finanzielle Anreize in Form von Sonderzahlungen. Dazu gehören Urlaubs- und Weihnachtsgeld, geldwerte Vorteile, Rabatte oder Zahlungen für die betriebliche Altersvorsorge, vermehrt auch Unterstützungen für junge Familien in Form von freiwilligen Zahlungen für Kitas und Kinderbetreuung.

Parallel zur Karriere wachsen die Verantwortung und das Gehalt

Durchschnittlich verdienen Fachkräfte 45.889 Euro im Jahr (2015). Markante Gehaltssteigerungen sind bis zum 40. Lebensjahr zu erwarten, anschließend bleibt ihr Lohn relativ stabil. „Erst mit der Beförderung zur Führungskraft folgt die nächste große Gehaltserhöhung in der Karriere. Dies bedeutet in der Regel mehr Verantwortung und längere Arbeitstage“, erklärt Philip Bierbach, Geschäftsführer von Gehalt.de. Das Jahreseinkommen von Führungskräften liege im gesamten Karriereverlauf bei durchschnittlich 107.724 Euro. Beschäftigte in Führungspositionen weisen bis zu ihrem 50. Lebensjahr einen starken Gehaltszuwachs auf.

Akademiker verdienen bereits nach fünf Jahren Berufserfahrung überdurchschnittlich. Ausnahme: Sind in einem Berufsfeld praktische Kenntnisse besonders wichtig, können auch Beschäftigte ohne Studium sehr hohe Gehälter beziehen. Dazu zählen unter anderem Vertrieb und IT.

Signifikante Unterschiedezwischen den Studiengängen

Laut Studie des Vergleichsportals Gehalt.de (analysiert wurden 217.867 Gehaltsdatensätze von Fach- und Führungskräften) gibt es signifikante Unterschiede zwischen einzelnen Studiengängen. Während geisteswissenschaftliche Fachkräfte mit 50 Jahren ihr Maximalgehalt von 53.000 Euro erzielen, verdienen Ingenieurfachkräfte 75.900 Euro. Bei Führungskräften ist der Unterschied zwischen den Studiengängen noch deutlicher.

Allerdings: Nicht die Höhe des Einkommens, sondern der bessere Verdienst im Vergleich mit Altersgenossen mache zufrieden! Dies sagen zumindest die meisten einschlägigen Studien. Denn die Zufriedenheit mit dem eigenen Einkommen sei relativ: Wer viel verdient, muss nicht unbedingt glücklich sein. In einer aktuellen Studie der Universität Innsbruck wird hinterfragt, was Arbeit generell sinnvoll mache. Ihre Ergebnisse weisen in die Richtung, dass nicht nur Eigenschaften der arbeitenden Person, sondern auch die gelebten Werte des Unternehmens entscheidend dafür sind, dass Sinnerleben am Arbeitsplatz stattfinden kann. Die Wissenschaftler arbeiteten vier Kernaspekte heraus, die Sinnerfüllung bringe: Kohärenz, Zielorientierung, Bedeutsamkeit und Zugehörigkeit.

Quelle: Kununu, 2016