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Kritik am Vorgesetzten

Von der Kunst, den Chef zu kritisieren

Von Stadtwerke Heidelberg GmbH · 2018

Wer seinen Vorgesetzten allzu offen kritisiert, riskiert negative Reaktionen, warnt Prof. Dr. Rudolf Irmscher, Geschäftsführer der Stadtwerke Heidelberg. Gefragt ist Einfühlungsvermögen.

Viele Menschen deuten mit Fingern auf einen Mann. Thema: Kritik am Vorgesetzten
Laute Kritik am Chef, und das gegebenenfalls vor anderen Kollegen, schadet Ihnen selbst am meisten. Quelle: fotolia, © wavebreak media

In Ratgebern wird gerne das Bild eines aufgeschlossenen Vorgesetzten gezeichnet, der ehrliche Rückmeldungen befürwortet und selbst offen für kritisches Feedback ist. Ein schönes Bild. Doch in der Realität trifft die Vorstellung vom jederzeit kritikfähigen Chef selten zu. Denn auch Vorgesetzte stehen oft genug unter Druck – und wünschen sich dann vor allem loyale, sie unterstützende Mitarbeiter. 

Sicher: Jeder Vorgesetzte ist anders. Bis zu welchem Punkt er Kritik verträgt oder sogar erwartet, hängt nicht zuletzt von seiner Beziehung zum betreffenden Mitarbeiter ab. Es liegt daher an Ihnen, zu entscheiden, wie offen Sie mit Ihrem Chef umgehen können und wollen. Grundsätzlich gilt jedoch: Feedback sollte fair sein und auf einer guten Beziehung aufbauen. Laute Kritik, und das gegebenenfalls vor anderen Kollegen, schadet dagegen vor allem Ihnen selbst. 

Kritik am Vorgesetzten: Die Optionen nüchtern ausloten

Völlig aufgelöst beklagte sich eine Abteilungsleiterin aus dem Freundeskreis, ihr Chef ignoriere komplett die mit ihr vereinbarten Ziele. Am liebsten würde sie ihn zur Rede stellen, bei seinem Vorgesetzten anschwärzen, vors Arbeitsgericht zerren... Verlockende Optionen! 

Einmal in Wut entbrennen – das hat seine Berechtigung und darf in Abwesenheit des Vorgesetzten auch passieren. Im nächsten Schritt gilt es aber, die Fakten zu akzeptieren. Es ist wie es ist: Der Chef hat sich so verhalten, und nun ist ein Weg zu finden, gut damit umzugehen.

Bewährt hat es sich, die denkbaren Optionen mit einem Vertrauten zu besprechen. Vermeiden Sie es aber, die Situation mit Kollegen zu diskutieren – selbst wenn sie Ihnen gut gesonnen sind. Denn die Beziehungen in Unternehmen können sich je nach Interessenslage dynamisch entwickeln. Wer heute Ihr Freund ist, muss es morgen nicht mehr sein. 

Besprechen Sie die Situation daher lieber mit privaten Vertrauten oder in schwierigen Fällen mit einem Coach. Loten Sie mögliche Reaktionen aus. Etwa nach dem Muster: „Die beste Lösung wäre, dass der Chef die Kritik annimmt und sich ändert.“ Das führt aber selten weiter. Was wäre die zweitbeste Lösung? Wie wahrscheinlich ist es, dass sie funktioniert? Versetzen Sie sich so Stück für Stück in die Rolle des Chefs – und Sie werden neue Wege finden.

Auch der Abteilungsleiterin gelang es auf diese Weise, die Situation neu zu bewerten. Ihr wurde klar: Ihr Vorgesetzter wollte doch nur wiederum seinem Chef gefallen und dessen Ziele erreichen! Und diese Ziele hatten sich aufgrund neuer Vorgaben der Geschäftsführung geändert. War es da nicht vernünftig, einzulenken und eine neue Zielvereinbarung zu schließen? Am Ende nutzte ihr diese Erkenntnis selbst am meisten: Denn sie hatte Verständnis bewiesen und damit das Vertrauen ihres Chefs in ihre Loyalität gestärkt. 

Kontakt

Stadtwerke Heidelberg GmbH
Kurfürsten-Anlage 42 – 50
69115 Heidelberg
E-Mail: info@swhd.de

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