Führungskräfte

Vom Great-Man zum Team-Leader

Von Karl-Heinz Möller · 2018

In der Leitung von Unternehmen liegt der Schlüssel für wirtschaftlichen Erfolg. Demnach gleicht Führen einer Kunst, der es mit Begeisterung und profunder Kenntnisse gelingt, Mitarbeiter und Kunden von einem Geschäftsmodell zu überzeugen. Fachwissen allein genügt nicht. Eine vielfältige Mischung aus Kompetenzen wie Disziplin, Menschenführung, Durchsetzungskraft und Weitsicht sind gute Voraussetzungen.

Eine Unternehmerin präsentiert Mitarbeitern etwas in einem Konferenzraum. Thema Führungskräfte

Es gibt nicht den einen Weg, um Führungskraft zu werden. Beispielsweise wächst die Unternehmertochter peau a peau in ihre Stellung hinein, oder der Tischlermeister macht aus seiner Werkstatt eine Möbelmanufaktur und der Vorstandsassistent wechselt karrieremäßig geplant in die Geschäftsführung.

Oft ist ein Hochschulabschuss Voraussetzung. So stehen den meisten DAX-Unternehmen Akademiker an der Spitze. 89,6 Prozent haben einen Hochschul-, 6,3 Prozent einen Fachhochschul-Abschluss. Viele Unternehmen bieten Trainee-Programme an, mit denen sie Nachwuchskräfte passgenau für ihr Unternehmen aufbauen. Die Teilnehmer durchlaufen verschiedene Stationen, bekommen spezielle Fortbildungen und lernen in Netzwerken zu denken. Die Bedeutung der Führung von Mitarbeitern steht für die Wettbewerbsfähigkeit eines Unternehmens außer Frage. Talent-Management ist ein Top-Thema, seit die Auswirkungen des demografischen Wandels die öffentliche Diskussion prägen.

Arbeitsumfelder schaffen für die Entdeckung von Potenzialen

Mit entscheidend ist das Vertrauen der Mitarbeiter in die Unternehmensentwicklung und in die Führungskräfte. Als kritische Erfolgsgröße ist die mittlere Führungsebene zu sehen, da diese den größten direkten Einfluss auf die Mitarbeiterbeziehungen hat und den Grad des Mitarbeiterengagements wesentlich bestimmt. Es sind nach Erfahrungen von Beratern die erfolgreichen Unternehmen, in denen die direkten Vorgesetzten hinsichtlich der Vereinbarung angemessener Leistungsziele, der fairen Beurteilung von Mitarbeiterleistungen und der transparenten Verknüpfung von Leistung und Gehalt besser bewertet werden.

Das Ende der heroischen Führungskraft

Die Steigerung der Führungs- und Managementqualität ist daher eine Schlüsselaufgabe für Personalabteilungen und Management. Wegweisend sollte hierbei ein neues Verständnis von Führung sein, so wie es die Harvard-Professorin Barbara Kellerman in ihrem Buch „The End of Leadership“ propagiert.

Nachdem über viele Jahrzehnte das Ideal der allmächtigen Führungskraft die Leadership-Diskussion prägte, haben – nicht zuletzt durch neue Informations- und Kommunikationstechnologien – Wissensmonopole und Hierarchien an Bedeutung verloren. Führungskräfte erreichten ihre Stärke erst durch das Wollen der Geführten, analysiert Kellermann. Aus Leadership werde Followership.

Die Entwicklung eines neuen Führungsverständnisses, welches Führen als kollektiven Prozess begreift, löst sich langsam von dem Mythos des „Great Man“. Qualität entsteht nicht mehr aus dem heroischen Führungsanspruch. Grundlage ist vielmehr der Einfluss und Leistung, die sich nicht aus der formalen hierarchischen Rolle definiert.

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