Ingenieure

Schrauber mit Ambitionen

Von Karl-Heinz Möller · 2018

Die weiterhin zunehmende Automatisierung von Produktionsprozessen und Technisierung des Alltags verlangt den Ingenieur. In Bereichen wie Maschinenbau und Elektrotechnik wird er gebraucht wie nie zuvor. Das freut die Hochschulabsolventen und die in diesen Segmenten tätigen Fachkräfte, um eine Karriere zu starten oder fortzuführen.

Ein Ingenieur auf einer Baustelle

Ingenieure haben schon seit einiger Zeit berechtigte Chancen auf gutdotierte Jobs. Im Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) geht man davon aus, dass Industrie 4.0 und Automatisierung vor allem für den Maschinen- und Anlagenbau eine rosige Zukunft anzeigen. Das Trendthema Digitalisierung hat die Nachfrage für 2018 noch beschleunigt und schafft zusätzlich gute Voraussetzungen für die rund 190.000 Ingenieure dieses Bereiches. Die Arbeitslosenquote von 2,3 Prozent lag so niedrig wie seit Jahrzehnten nicht mehr.

Im Bericht des Instituts der Deutschen Wirtschaft Köln und des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI), wird im dritten Quartal 2017 sogar von einem Rekordtief der Ingenieur-Arbeitslosigkeit seit Beginn der Aufzeichnungen in der „Klassifikation der Berufe 2010“ ausgegangen. Verglichen mit 2016 ist die Arbeitslosenzahl demnach um 6,9 Prozent gesunken.

Demographische Entwicklung vergrößert die Nachfragelücke

Die positive Tendenz tut der Wirtschaft gut. So wirken Studienabgänger, die jetzt in größerer Zahl auf den Arbeitsmarkt strömen, dem Fachkräftemangel entgegen. Auch ausländische Arbeitskräfte sollen für den deutschen Ingenieurarbeitsmarkt gewonnen werden. Es wird vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung damit gerechnet, dass demnächst eine hohe Zahl an Ingenieuren in den Ruhestand geht und eine Lücke klafft.

Quelle: VDI; IW Köln, 2010/2017

Ingenieure: Vergütungen liegen weit über dem akademischen Durchschnitt

Eng ist es laut Arbeitsmarktforschern in den Bereichen Bau, Vermessung, Gebäudetechnik und Architektur. Niedrige Zinsen und der Investitions- und Sanierungsbedarf im Wohnungsbau und in der öffentlichen Infrastruktur treiben die Branchenkonjunktur an. Weitere Wachstumsfelder sehen Arbeitsmarktexperten in der Automatisierungs- und Elektrotechnik und in der Forschung und Entwicklung, beispielsweise für Elektrofahrzeuge und Autonomes Fahren. Chancen böten auch zweite Bildungswege, die von der Berufsausbildung an die Hochschulen heranführten. Aus dem Schrauber wird ein Ingenieur.

Für Ingenieure prognostizieren Personalverantwortliche auch 2018 aus finanzieller Sicht gute Ausgangspositionen. Zwar spielten bei der Höhe der Einkommen die spezielle Branche und die Funktion eine große Rolle. Allerdings hängt die Höhe des Zuwachses stark von der Branche und Funktion ab. 

Der Einkommensstudie des Karriereportals ingenieurkarriere.de ist zu entnehmen, dass Ingenieure in der Chemie- und Pharmaindustrie 2016 mit den höchsten Gehältern eingestiegen sind. Durchschnittsgehälter zwischen 40.000 und 50.000 seien allerdings nur eine Orientierung. Neben der gewünschten Einstiegsbranche müssten auch die Größe des Unternehmens Berücksichtigung finden.

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