Hochschulabschluss

Mit Unternehmen in enger Zusammenarbeit

Von Daniela Hoffmann und Christian Raum · 2019

Der Fachkräftemangel schickt viele Informatiker und Ingenieure zurück an die Hochschulen. Denn den Personalabteilungen bleiben wenige Optionen offen, gut ausgebildete Bewerber zu rekrutieren. Deshalb bilden sie eigene Mitarbeiter weiter und ermöglichen ihnen einen späten akademischen Abschluss.

Studierende im Vorlesungssaal. Thema: Hochschulabschluss

Personalabteilungen und Forschungsabteilungen insbesondere von technologisch aufgestellten Unternehmen schätzen die Zusammenarbeit mit Universitäten und Akademien. Dabei geht es einerseits um die Weiterbildung der eigenen Mitarbeiter. Andererseits erhoffen sich die Unternehmen bei der Zusammenarbeit mit Universitäten mögliche Mitarbeiter früh zu identifizieren, sie gezielt anzusprechen und womöglich bis zur Master- oder Doktorarbeit zu begleiten. Eine dritte, gemeinsame Motivation von Universitäten und Unternehmen ist es, talentierten Studenten und Forschern die Möglichkeit zu geben, aus der Hochschule heraus ein eigenes Unternehmen zu gründen. Diese Startups können mit hohen Investitionen aus der Wirtschaft rechnen. Die beteiligten Unternehmen integrieren sie in ihr Partner- oder Lieferantennetzwerk, so dass sie unmittelbar durchstarten können. Beliebt sind außerdem gemeinsame Forschungsprojekte, in denen Forscher und Doktoranden die Anwendungen und Produkte entwickeln, für die es in den Unternehmen intern keine Ressourcen gibt.

Wissens- und Personaltransfer mit Hochschulabschluss

Dazu zählen beispielsweise Spezialanwendungen rund um virtuelle Realitäten – etwa sogenannte „immersive Cages“. Das sind virtuelle Welten in denen Ingenieure Komponenten oder Produkte in 3-D-Modellen sehen. Sie können sich innerhalb der Modelle bewegen, sie vergrößern, in ihre einzelnen Teile zerlegen und diskutieren.  Studenten, Forscher und Doktoranden entwickeln hier neue Methoden und Themen bei der Visualisierung von Daten. Ziel ist es, den Konstrukteuren im Unternehmen dabei zu helfen, ein anderes Verständnis für Produkte und Komponenten zu entwickeln. Und diese Konstrukteure werden dann wiederum von den Universitäten im Umgang mit der neuen Technologie ausgebildet. Sogenannte Transferprojekte werden gemeinsam formuliert und umgesetzt. Häufig kommen Unternehmen zu der Entscheidung, neben der neuen Technologie und den neuen Methoden auch die mit Forschung und Entwicklung beschäftigten Personen ins Unternehmen zu holen. Das Fundament deren neuer Laufbahn in der Wirtschaft ist dann absolutes Expertenwissen, das es so beim Arbeitgeber kein zweites Mal gibt.

Wissenschaftliche Weiterbildung der Mitarbeiter

Doch die HR-Abteilungen suchen nicht nur nach wissenschaftlichen Mitarbeitern an den Hochschulen. Umgekehrt nutzen sie auch die Angebote der Hochschulen, ihre Kolleginnen und Kollegen in Studiengängen zu einem akademischen Abschluss weiterbilden zu lassen. Natürlich stehen auch hier die neuen Technologiethemen im Fokus. Zunächst geht es darum, einen Überblick zu bekommen, was mit welchen Ansätzen, Konzepten oder konkreten Systemen möglich wird. In einem vertiefenden Part sollte jedoch auch die konkrete Nutzung neuer Technologien für die jeweiligen individuellen Herausforderungen des Unternehmens im Vordergrund stehen: eine Art mit Praxiswissen unterstütztes Brainstorming. 

Viele Unternehmen haben bereits erkannt, dass die Qualifikation ihrer Mitarbeiter für ihren Erfolg essentiell ist. Angesichts des Fachkräftemangels bleibt beispielsweise in der Informationstechnologie und im Ingenieursbereich vor allem die Option übrig, die eigenen Mitarbeiter weiterzuentwickeln – die zunehmend auch aus Fachabteilungen kommen und mit neustem Fachwissen glänzen können. Für Berufstätige ist das gleichermaßen eine gute Nachricht. 

Ohne neue Skills, keine Karriere 4.0

Etwas Neues zu lernen, ist erfrischend, es bringt neue Perspektiven ins Spiel und kann durchaus einen Job aufwerten, der durch Gewöhnung langweilig geworden ist. Denn ohne Weiterbildung und neue Skills gibt es kaum Zukunft in der neuen Karriere-4.0-Arbeitswelt. Dafür wünschen sich die HR-Abteilungen auch ein anderes Mindset – mit der Offenheit, sich immer wieder auf Veränderung einzulassen und zu akzeptieren, dass der Wissenserwerb nie abgeschlossen sein wird. Aber auch auf Arbeitgeberseite ist ein Umdenken notwendig: Für die Weiterentwicklung muss die nötige Zeit eingeräumt werden, Qualifikation trotz unverminderten Engagements im Alltagsgeschäft funktioniert nicht. Die besten Chancen, langfristig beruflich erfolgreich zu sein, liegen in der Orientierung an Innovationsthemen. 

Frei nach Einstein gilt als Erfolgsrezept also: „Das Wichtigste ist, dass man nicht aufhört zu fragen.“

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